Mitgliederentwicklung 2012-2016

Aus Bündnis 90 / Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern
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Untersuchungszeitraum; Quellenkritik und Ziele[Bearbeiten]

Mitgliederverteilung 2012-2016[Bearbeiten]

Bis auf den Kreisverband Vorpommern-Greifswald konnten alle Kreisverbände ihre Mitgliederzahlen im Vergleich zum 31.12.2011 steigern. Auffällig ist, dass die Kreisverbände, dessen Fläche keine „Großstadt“ umfassen am Mitgliederschwächsten sind. Wie später zu zeigen sei wird, konzentriert sich die Mitgliedschaft in den Universitäts- und Hochschulstädten sowie der Landeshauptstadt. Die Kreisverbände Landkreis Rostock und Ludwigslust-Parchim stehen damit vor der Herausforderung in einer tendenziell stark zersiedelten u.U. auch überalterten Fläche „Hochburgen“ bilden zu müssen. Der Kreisverband Rostock ist durchgängig der Mitgliederstärkste Kreisverband in Mecklenburg-Vorpommern. Mehrere günstige Faktoren werden Anteil daran haben:

  1. Rostock ist eine Kreisfreie Stadt, die sich politisch mit vorwiegend urbanen Herausforderungen befasst.
  2. Rostock ist eine Universitätsstadt mit studentischem Milieu.
  3. Rostock ist die (mit Abstand) Einwohnerstärkste Stadt des Bundeslandes.

Mitgliederentwicklung 2012-2016 (Absolut).jpg

Der Zweitstärkste Kreisverstand war am 31.12.2011 der KV Vorpommern-Greifswald. Ein sog. Flächenlandkreis mit der zweiten Universitätsstadt des Landes Greifswald als „urbanes“(D.h. wirtschaftlichen und kulturellem) Zentrum. Greifswald ist für den KV von besonderer Bedeutung, da sich die Mitgliederschaft in dieser Stadt konzentriert und im ländlichen (Agrar-)Raum kaum vertreten ist, wie später zu zeigen sein wird. Obwohl es gelang in dieser Stadt die Bürgermeisterwahl zu gewinnen, konnte die Mitgliederzahl „nur“ stabil gehalten und nicht vergrößert werden. Mittlerweile ist der KV der dritt-mitgliederstärkste Kreisverband. Der Kreisverband Vorpommern-Rügen konnte dank eines überdurchschnittlichen Mitgliederwachstums zweitstärkster Kreisverband werden. Dies ist sicherlich der stärkeren Etablierung im „urbanen“ Zentrum des Landkreises – in Stralsund – zu verdanken. Mit Unterstützung des Vorsitzenden der damaligen Landtagsfraktion gelang es ein politisches Veranstaltungszentrum zu etablieren, welches mit zahlreichen Veranstaltungen fester Bestandteil der Stralsunder Stadtgesellschaft wurde. Die Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte, Schwerin und Nordwestmecklenburg/Wismar konnten ein kontinuierliches Mitgliederwachstum erzeugen, haben aber gemeinsam immernoch weniger Mitglieder als Rostock. Sie bilden somit das „Mittelfeld“ des Landesverbandes. Für die Kräfteverhältnisse auf den Landesparteitagen heißt dies, dass ohne Sie zwar keine Mehrheiten zu gewinnen sind, aber ihre Bedeutung stetig weiter abnimmt, wie das prozentuale Mitgliederwachstum (nächstes Kapitel) verdeutlicht. Auch die Kreisverbände Ludwigslust-Parchim und Landkreis Rostock konnten kontinuierlich ihre Mitgliederzahlen steigern. Allerdings sind ihre Mitglieder im Durchschnitt wesentlich Älter und beide Kreisverbände zusammen haben gerade so die Mitgliederanzahl eines KVs „aus dem Mittelfeld“. Was die Kreisverbände von den anderen KVen unterscheidet ist, dass sie in Flächenlandkreisen angebunden sind, die über keine „urbanen“ Zentren verfügen, sondern sich nach Schwerin, bzw. Rostock orientieren. Die Neu-Mitglieder werden dort gewonnen, wo wir bereits viele Mitglieder haben, die sich auch als Sympathieträger*innen in der Öffentlichkeit als GRÜNE Parteimitglieder zu erkennen geben.

Betrachtet man die prozentuale Verteilung der Mitglieder, wird deutlich, dass sich das Kräfteverhältnis unter den Kreisverbänden kaum verändert hat, sondern überaus stabil geblieben ist. Lediglich der KV Vorpommern-Rügen konnte das Verhältnis etwas zu seinen Gunsten verändern.
Nahezu jedes 3. Mitglied des Landesverbandes ist Mitglied des KV Rostock, jedes 6. Mitglied im KV Vorpommern-Rügen. Die Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte, Schwerin und Vorpommern-Greifswald stellen gemeinsam jedes 3. Mitglied. Jedes 5. Mitglied stammt aus den Kreisverbänden Nordwestmecklenburg, Landkreis Rostock und Ludwigslust-Parchim.

Anteil weiblicher Mitglieder[Bearbeiten]

Insgesamt konnte der Anteil weiblicher Mitglieder in fast allen Kreisverbänden erhöht werden. Lediglich Schwerin hatte Ende 2016 ein Prozent weibliches Mitglied weniger, als Ende 2011. Bundesweit lag der Frauenanteil der Partei Ende 2016 bei ungefähr 38%. Der Landesverband konnte seinen Anteil seit Ende 2011 um 5%-Punkte erhöhen und sich somit dem Bundesschnitt auf 2%-Punkte annähern.

Nordwestmecklenburg hat den höchsten Anteil weiblicher Mitglieder (43%). Vorpommern-Rügen den zweithöchsten Anteil (40%) fast gleichauf mit Ludwigslust-Parchim (39%). Auch die Kreisverbände Schwerin und Vorpommern-Greifswald haben einen landes-überdurchschnittlichen Frauenanteil mit 37 bzw. 38%.

Der Mitgliederstärkste Kreisverband Rostock hat mit 32% einer der niedrigsten Frauen-Anteile.
Offensichtlich ist die Mitgliedergewinnung abhängig von Anzahl und Größe vorhandener „urabener“ Räume. Dies scheint jedoch irrelevant für den Anteil weiblicher Mitglieder zu sein. Wahrscheinlich hängt der Anteil weiblicher Mitglieder davon ab, ob ein Kreisverband über aktive weibliche Mitglieder verfügt, die ihre Parteizugehörigkeit erkennbar nach außen tragen. Um den Anteil weiblicher Neu-Mitglieder zu erhöhen wäre es demnach von herausragender Bedeutung weibliche Sympathieträgerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung aufzubauen.

Netto-Mitgliederzuwachs 2012-2016[Bearbeiten]

Das stärkste Mitgliederwachstum war im Bundestagswahljahr 2013 und im Landtagswahljahr 2016. Im Schnitt sind jedes Jahr 21 Mitglieder mehr Mitglied geworden bzw. nach MV gewechselt, als ausgetreten, wegen nicht gezahlter Beiträge gestrichen oder in einen anderen Landesverband gewechselt sind.

Den prozentual stärksten Mitgliederzuwachs (gemessen an der Mitgliederzahl des jeweiligen Vorjahres) hatte der Kreisverband Vorpommern-Rügen, der als einziger KV im Durchschnitt ein zweistelliges prozentuales Wachstum erreichen konnte. Alle anderen Kreisverbände (auch der KV Rostock) wuchsen lediglich im einstelligen Bereich. Vorpommern-Greifswald konnte keinen Zugewinn an Mitgliedern erzielen.

Eintritte 2012-2016[Bearbeiten]

Im Schnitt sind jedes Jahr 48 Mitglieder in einen der Kreisverbände des Landesverbandes eingetreten. Die meisten Mitglieder sind in Rostock und Vorpommern-Rügen eingetreten (13 bzw. 12 Mitglieder pro Jahr) In Vorpommern-Greifswald sind jedes Jahr 7 Neu-Mitglieder aufgenommen worden. In allen anderen Kreisverbänden waren es 2 bis 4 Neumitglieder pro Jahr. Eintritte - Absolut

Eintritte-Prozentual


Auffällig ist, dass die Anzahl ein Neu-Mitgliedern höher ist, je größer die Mitgliederanzahl bereits ist. Dies unterstützt die These, dass der entscheidende Impuls zum Parteieintritt vor allem durch persönliche Bekanntschaften mit Mitgliedern gegeben werden, die gerne Mitglied sind und ihre positiven Partei-Erlebnisse in ihren Freundes- und Bekanntenkreis tragen.

Austritte 2012-2016[Bearbeiten]

Im Schnitt verlieren wir 24 Mitglieder (rund 4% unserer Mitglieder) pro Jahr durch "Datenbankbereinigungen" und Austritte.

Mitglieder die unglücklich bei uns sind, bleiben etwa 4-7 Jahre, bevor Sie für sich die Konsequenz eines Parteiaustrittes vollziehen.

Freiwillige Austritte je Kreisverband[Bearbeiten]

(D.h. Persönliche Gründe, Politische Gründe, Keine Angaben und Sonstige Gründe)

Die meisten Mitglieder haben Rostock und Vorpommern-Greifswald verlassen. Der Umstand, dass der KV Rostock die meisten Austritte hat, lässt sich sicherlich darauf zurückführen, dass er der Mitgliederstärkste KV ist. Wird er als Orientierungspunkt genommen, muss festgehalten werden, dass der KV Vorpommern-Greifswald auffällig viele freiwillige Austritte aufweist. Fast 50% der Austritte erfolgten 2013 als der Kreisverband sich personell neu aufstellen musste und die GRÜNEN wegen Unregelmäßigkeiten bei der Buchhaltung der Bürgerschaftsfraktion medial negativ-präsent war. Allerdings setzt sich die Mitgliedschaft dieser Kreisverbände auch aus Studierenden zusammen, welche – wie bereits ausgeführt – über eine höhere Mobilitätsbereitschaft verfügen und im Laufe oder nach Beendigung Ihres Studiums ihre Studienstandorte verlassen. Im zweistelligen Bereich verloren haben die Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Rügen. Allerdings ist dies im Zusammenhang mit ihrer Mitgliederstärke zu betrachten. Je größer der Kreisverband umso höher die Anzahl an Mitglieder-Fluktuation.

Streichung wegen nicht gezahlter Beiträge je Kreisverband[Bearbeiten]

Die Zahlungsmoral scheint unter den Mitgliedern der Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte und Rostock am höchsten zu sein. Hier musste in 5 Jahren kein Mitglied wegen nichtgezahlter Beiträge gestrichen werden. Unter Umständen lohnt es sich aber für diese beiden KVen dies noch einmal zu überprüfen, da für jedes Mitglied ein pauschaler Beitrag an den Bundes- und Landesverband abzuführen ist, unabhängig davon wie viel oder ob ein Mitglied Beitrag zahlt.

Wechsel in andere Landesverbände[Bearbeiten]

Im Schnitt verlassen 10 Mitglieder jedes Jahr Mecklenburg-Vorpommern und melden sich außerhalb des Landes um. Die meisten Ummeldungen liegen in den Kven mit Universitätsstädten, bzw Hochschulstädten. A) Weil Studierende über eine hohe Mobilitätsbereitschaft verfügen und B) sich unsere Mitglieder in den Großstädten konzentrieren.

Verhältnis Eintritte zu Freiwill. Austritten/Streichungen/LV-Wechsel 2012-2016[Bearbeiten]

Um stärkeren Einblick in das Netto-Wachstum der Kreisverbände zu erhalten sollen nun die Eintritte ins Verhältnis zu den freiwilligen Austritten, Streichungen wegen nicht gezahlter Beiträge und Landesverbandswechsel gesetzt werden. Wie oben ausgeführt kann leider keine direkte Aussage zu den Wechseln von Kreisverband zu Kreisverband innerhalb des Landesverbandes getroffen werden. Der Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte hat mehr Mitglieder verloren, als dazugewonnen. Auf 5 Jahre gesehen wird dies aber durch die Wechsel aus anderen Landes- bzw. Kreisverbänden kompensiert. Rostock hat die zweit-beste Bilanz. Allerdings ist anzunehmen, dass diese schlechter ausgefallen wäre, wenn konsequent „Nicht-Zahler*innen“ gestrichen worden wären. Der Kreisverband Vorpommern-Greifswald ist Netto um 9 Mitglieder geschrumpft. Er hat allerdings auch konsequent „Karteileichen“ entfernt. Und auch der Anteil an Landesververbandswechsel ist überdurchschnittlich hoch. Den größten Anteil machen allerdings die Austritte aus. Mit 23 Austritten ist der Wert fast so hoch, wie der in Rostock. Allerdings hat der Kreisverband Rostock auch mehr als Doppeltsoviele Mitglieder. Der Kreisverband Vorpommern-Rügen hat die beste Bilanz. Auf 6 Eintritte kommt nur ein Austritt, und ein "halber" Wechsel. Wir können davon ausgehen, dass insg. 51 Mitglieder aus anderen Landesverbänden nach Mecklenburg-Vorpommern gewechselt sind. (10 Pro Jahr) Das hieße jedes Jahr wechseln im Schnitt 3 Mitglieder mehr in andere LV weg, als zu uns nach MV wechseln.


Durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer[Bearbeiten]

Die durchschnittliche Dauer der Mitgliedschaft sagt recht wenig aus, hilft aber bei der Einschätzung wieviel Parteierfahrung ind en einzelnen Kreisverbänden vorhanden ist. Ohne, dass etwas darüber ausgesagt wird, ob diese Erfahrung aktiv durch Mitarbeit oder passiv durch „einfache“ Mitgliedschaft erworben wurde. Die Faktoren, die den Durchschnittswert beeinflussen können sind vielfältig. Entweder ist ein Kreisverband überaltert und hat seit Jahren keine oder zuwenig Neu-Mitglieder gewonnen, oder aber der Anteil an Mitgliedern aus der Gründungszeit ist besonders hoch und kann durch die Neu-Eintritte kaum aufgewogen werden. Umgekehrt kann die durchschnittliche Verweildauer sinken, wenn – im Verhältnis zu den „Alt-Mitgiedern“ besonders viele Neu-Eintritte gewonnen werden. Damit ist die durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer ein Indikator für die Integrationsbemühungen, die ein KV unternehmen muss. Denn: Neumitglieder brauchen Orientierung/Einführung in die Zuständigkeiten und Aufgaben der zahlreichen Parteigremien und Unterstützung/Zeit für die eigene parteiinterne Vernetzung. Daraus folgert: Ein KV, der diese Aufgaben vernachlässigt mag zwar schnell wachsen, hat aber für Mandate und Posten überwiegende unerfahrene und schlecht-vernetzte Mitglieder zur Verfügung. Außerdem steht zu befürchten, dass Neu-Mitglieder nicht für Partei-Aufgaben und/oder Mandate qualifiziert werden und somit die Gefahr entsteht, dass immer die selben Mitglieder Funktionen und Aufgaben übernehmen und kein partei-interner Wettbewerb entsteht, was die Personal-Entwicklung behindert und den Kreisverband eventuell sogar lähmt. Im Gegenzug folgert daraus aber auch: Ein KV der „überaltert“ ist, kann zwar auf erfahrene und gut-vernetzte Mitglieder zurückgreifen, läuft aber Gefahr die personelle Erneuerung nicht zu schaffen, sondern Neu-Mitglieder die aktive Mitgliedschaft zu verleiden, weil sie keinen Anschluss an bestehende Netzwerke finden, was wiederum Sympathisanten von einer Mitgliedschaft abschreckt. Fazit: Je höher die (Kreis-)verbands-interne Konkurrenz um Posten und Mandate ist, umso dynamischer, attraktiver und integrativer ist das Parteileben. Die KVen Landkreis Rostock und Ludwigslust-Parchim haben das geringste Neu-Mitgliederwachstum. Daher erklärt sich der hohe Wert von etwa 12-14 Jahren durchschnittlicher Mitgliedschaft. Im KV Landkreis Rostock ist der Wert mit 5-6 Jahren geringer, da von vielen – mutmasslich älterer - Mitglieder das Eintrittsdatum fehlt und somit nicht mit einbezogen werden konnte. Die KVen Rostock und Greifswald haben einen hohen Studierendenanteil, welche nach Ihrem Studium i.d.R. das Bundesland und damit auch den KV nach vergleichsweise wenigen Jahren verlassen. Diese Kreisverbände haben somit zwar einen niedrigen Wert, allerdings auf Kosten der Erfahrung, da die Studierenden nach ihrem Landesverbandswechsel de Landesverband mit ihren politischen Erfahrungen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Kreisverband Vorpommern-Rügen hat in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Neu-Mitglieder gewonnen, so dass mittlerweile die Durchschnittliche Mitgliedschaft nur noch 4 Jahre beträgt. Den „älteren“ Mitglieder kommt damit die Verantwortung der höchsten Integrationsleistung zu. 
 

Generell lässt sich aber festhalten, dass mehr Mitglieder bleiben, als Austreten/Wechseln. Somit steigt die durchschnittliche Verweildauer kontinuierlich. Gelingt die Integration der rund 250 Neu-Mitglieder ist der Grundstein für ein weiteres Mitgliederwachstum gelegt. Aussagekräftiger ist aber die Betrachtung unter der Fragestellung: „Wieviele Mitglieder sind in welchem Jahr beigetreten?“ Dabei wird deutlich, dass das Jahr der Fukushima-Katastrophe und des erstmaligen Landtagseinzuges eine deutliche Zäsur für den Landesverband bedeutet.

5% der Mitglieder sind bereits der Partei beigetreten bevor der Landesverband 1993 gegründet wurde. Zwischen der Gründung und des Landesverbandes und Fukushima sind rund 41% der Mitglieder beigetreten. Daraus folgert, dass: Auf jedes Mitglied, welches vor 2011 der Partei beigetreten ist, kommt ein Mitglied, welches erst nach 2010 dazugekommen ist. Damit hat die Hälfte der Partei keine Erfahrung was die außerparlamentarische Arbeit (Apo) betrifft!


Stadt-Land-Verteilung[Bearbeiten]

Wie viele Mitglieder haben ihren Wohnsitz in der Stadt? Und wie viele auf dem Land? Diese Verteilung wird in diesem Kapitel dergestalt dargestellt, dass unter „Stadt“ alle Mitglieder zusammengefasst werden, die direkt in Rostock, Greifswald, Stralsund, Wismar, Schwerin oder Neubrandenburg leben. Alle die im städtischen Umland, kleineren Städten oder auf Dörfern leben werden unter „Land“ zusammengefasst.


Über die Hälfte aller Parteimitglieder leben in den 6 größten Städten des Landes. Bedenkt man ferner, dass viele Mitglieder im Umland dieser Städte leben, wird deutlich wie wichtig der „urbane“ Raum für die Partei ist. Erstens: Die Lebensrealität der Mitglieder ist eher städtisch geprägt. Zweitens: Eine erfolgreiche Mobilisierung die zu ehrenamtlichen Aktivitäten führt, muss eine urbane Tonalität treffen. Drittens: Die Mitgliedergewinnung im städtischen Raum fällt leichter, weil Mitgliedergewinnung zum Großteil über persönliche/freundschaftliche Kontakte geschieht.

Welcher Kreisverbands-Mitgliedschaft ist stärker oder schwächer urban geprägt? Hier der Anteil an „Stadt“-Mitgliedern in Prozent je Kreisverband.


13% bzw. 11% der Mitglieder des KV Landkreis Rostock und Ludwigslust-Parchim leben in Rostock bzw. Schwerin. In Neubrandenburg leben 16% der Mitglieder des KV Mecklenburgische Seenplatte. 28% des KV Nordwestmecklenburg-Wismar leben in Wismar. 25% des KV Rostock leben nicht in Rostock, sondern im Umland. Also eigentlich auf dem Territorium des KV Landkreis Rostock. Immerhin rund 50 Mitglieder. Lediglich 11% des KV Schwerin leben im Umland der Landeshauptstadt. Die Mitgliederschaft des KV Vorpommern-Greifswald ist stark Greifswald zentriert. Mehr als jedes zweite Mitglied lebt in der Universitätsstadt. Dieser Trend wird sich unter einem GRÜNEN Oberbürgermeister sicherlich verstärken. Fast umgekehrt sieht das Stadt-Land-Verhältnis im KV Vorpommern-Rügen aus. Hier lebt die Mehrheit der Mitglieder nicht in der Hansestadt Stralsund.

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die Kreisverbände Rostock, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Schwerin haben die jüngsten Mitglieder mit durchschnittlich 41-43 Jahren. Allerdings lag der Wert in Vorpommern-Greifswald vor 5 Jahren noch bei 38 Jahren und hat damit die stärkste Alterung aller Kreisverbände vollzogen. Alle anderen Kreisverbände sind entweder gleichalt geblieben oder max. um 2 Jahre gealtert. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Greifswald eine Universitätsstadt mit studentischem Millieu ist. Dies legt die Vermutung nahe, dass in diesem Millieu kaum Neu-Mitglieder gewonnen wurden. Der Altersadurchschnitt der Austritte lag nämlich bei 40 Jahren. Der Wiederaufbau einer aktiven Hoschschulgruppe kann aktiv zur Verjüngung der Mitgliedschaft beitragen.


Altersstruktur der Neumitglieder 2012-2016[Bearbeiten]

Insgesamt sind 2012-2016 knapp 250 Menschen in den Kreisverbänden (Wieder-)eingetreten. Der Anteil an weiblichen Neu-Mitgliedern liegt bei 47%. Im Altersabschnitt 39-53 Jahren liegt der Frauen-Anteil sogar bei bis zu 61%.

Die meisten Neu-Mitglieder sind im Alter zwischen 19-33 Jahren (insgesamt 97 Mitglieder). Also im Ausbildungsalter bis zur Familiengründungsphase. Doch auch in der Familienphase entschieden sich viele Menschen für einen Partei-Eintritt. Erst im Rentenalter geht der Anteil an Neumitgliedern merklich zurück.


Altersstruktur der Austritte 2012-2016[Bearbeiten]

Insgesamt sind zwischen 2012 und 2016 fast 100 Mitglieder ausgetreten. Der Frauenanteil an den Austritten ist wesentlich geringer als an den Eintritten. (35% Frauenanteil bei den Austritten vs. 47% Frauenanteil bei den Eintritten.) Dies erklärt, die Steigerung des „Frauenanteils“ an der Mitgliedschaft von 31% (2012) zu 36% (2016). Auffallend ist, dass die meisten Frauen im Zeitraum von Anfang 40 bis Anfang 50 die GRÜNE Partei verlassen. Da dies auch die Alterskohorte ist, in denen Frauen überdurchschnittlich beitreten, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass die Integration misslingt und die weiblichen Neu-Mitglieder enttäuscht die Partei verlassen.


Entwicklung der Alterspyramide der Mitgliedschaft[Bearbeiten]

2012-2015 waren die meisten Mitglieder zwischen 44 und 48 Jahren alt. (13-15% aller Mitglieder), 2016 entfielen auf diese Alterskohorte jedoch nur noch 10% der Mitglieder. Die meisten Mitglieder waren zwischen 49 und 53 Jahren (13%). Vergleicht man die Entwicklung der Altersstruktur über die Jahre hinweg wird deutlich, dass dass Durchschnittsalter der Mitglieder zwar konstant bei 45 oder 46 Jahren liegt, aber dennoch unterliegt die Partei in MV einer schleichenden, kontinuierlichen Alterungsprozess.


Rund 40% der Parteimitglieder waren zur Tschernobyl-Katastrophe Volljährig. Also erst wenige Jahre vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Fast 15% sind sogar erst nach der Wiedervereinigung geboren.